Idee und Vorbereitung

Überzeugungsarbeit

Gedanklich stand für mich bald fest, mit dem Fahrrad Deutschland umrunden, das wärs !

Nur, wie bringe ich das meiner Familie bei? Das ist ja nicht mal eben an einem Wochenende erledigt.  Wie lange dauert sowas eigentlich? Wieviele km sind das überhaupt?  Am besten in Etappen? Fragen über Fragen,  je mehr ich mich mit dem Gedanken vertraut machte. Aber immer schön eins nach dem anderen.

So nach und nach liess ich mal den einen oder anderen Satz fallen… „ich könnte ja mal eine längere Radtour machen zum Einstieg in den Ruhestand… warum nicht mal nach Paris oder um Schleswig-Holstein… oder um Deutschland fahren ? „Da war es raus !

Die Reaktionen meiner Familie , Freunden und Kollegen waren zunächst eher ungläubiges Kopf schütteln. Meist endeten entprechende Bemerkungen mit dem Satz „das machst du nie !“ Erst ganz allmählich setzte sich die Erkenntnis durch (auch meine letzten Zweifel waren irgendwann verschwunden), dass die Idee durchaus Charme hatte. So wurde aus „das machst du nie!“ ein „warum nicht ?“

Das „Grüne Licht“ meiner Familie für das Abenteuer hatte ich, allerdings sollten die Etappen nicht zu lang sein.  Es konnte an die Planung der Tour gehen.

Links oder rechts herum ?

Geht man der Frage nach, wie groß die Distanz ist, wenn man Deutschland möglichst dicht an den Landesgrenzen und Küsten entlang radeln will,  findet man unterschiedliche Angaben.  Wikipedia ist bei dieser Frage nicht wirklich hilfreich.  Also schau ich mal auf der Seite vom CIA nach, die wissen bekanntlich alles ganz genau.  Richtig ! Landesgrenzen 3.790 km und Küstenlänge 2.389 km, macht 6.179 km (die längste Landesgrenze  mit 815 km ist die zu Tschechien). Ob die Entfernung von rd. 6.200 km stimmt, sage ich euch am Ende meiner Reise.

Wenn ich mir Etappen von etwa 10 Tagen und ca. 800 km vornehme, 2 – 3 mal im Jahr unterwegs bin, dann sollte ich spätestens 2015 am Ziel sein. Aber wo fange ich an und wo ist das Ziel ? Wie ihr an den ersten vier Etappen seht, ich habs mir leicht gemacht und bin einfach los gefahren. Erst Schleswig-Holstein, dann Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Bayern. Bis Passau bin ich bisher gekommen.

Mein Fahrrad

Mit diesem Thema habe ich mich am längsten beschäftig, schon aus Gründen der Bequemlichkeit. Falsches Rad unterwegs ist gleichbedeutend mit falschem Schuhwerk auf einer Wanderung.

... damit komme ich      nicht weit !
… damit komme ich
nicht weit !

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt bei allen echten „Renn-Radlern“, „Mountainbikern“ oder „Jedermann-Radlern“ oute, die Tendenz geht zum e-Bike.  In meinem Fall aber eher zum Pedelec (ohne treten geht da nichts!). Da ich mich ohnehin  für die Anschaffung eines neuen Fahrrades entschieden hatte, informierte ich mich wo ich nur konnte. Neben der richtigen Größe, Rahmenform, Rahmenhöhe, Schaltung, Bremsen usw., sollte es meinen  Vorstellungen von  einem sicheren, robusten und leichtgängigen Fahrrad entsprechen. Ganz einfach. Nach einem Besuch der ADFC-Fahrradmesse,  unzähligen Probefahrten, guten und weniger guten Beratungen, fand ich genau „mein“ Rad bei „Bike-Style“ in der Möllner Landstraße in Hamburg.

Es wurde ein  „KALKHOFF Impulse 8C HS-Shimano Nexus 8- Gang“ mit Mittelmotor (36V/250W) und einem 15Ah:540Wh Akku, guckst du hier: 

mein "Neues"
mein „Neues“

Kleine Umbauwünsche (Gepäckträger vorne, anderer Lenker, „unkaputtbare“ Reifen) wurden  schnell erfüllt und wertvolle Tipps für die Tour gab es gratis.

Nach rd. 2.900 km die hinter mir (uns) liegen kann ich sagen, wir, mein Fahrrad und ich,  kommen gut miteinander klar!

Orientierung – wo gehts zur Grenze ?

Der Weg ist ist das Ziel“ – naja, Konfuzius in allen Ehren, aber ich würde auch schon ganz gerne ankommen. Für (un)freiwillige Umwege wird es vermutlich genug Gelegenheiten geben. Dennoch musste ich  für mich eine grundsätzliche Entscheidung treffen. Wie genau nehme ich das mit dem „an der Grenze fahren“ ? Natürlich gibt es Wege, die genau die Grenze zu unseren Nachbarn markieren (z.B. an der Oder bzw. dem Rhein entlang), aber das ist eher die Ausnahme. Den letzten Trampelpfad oder Höhenweg im Gebirge werde ich mir sparen, eine gewisse Nähe zu den Grenzen aber suchen. Dabei werde ich mich auch danach richten, welche Ecken von Deutschland ich schon gut kenne und welche weniger.

Trackaufzeichnung des Navis
Trackaufzeichnung des Navis

Dank eines Routenplaners konnte ich die Tagesstrecken am PC voraus planen und die GPX Dateien auf mein outdoor Navi (Falk Lux 30) übertragen. Kleinere Probefahrten mit Navi am Lenker verliefen einwandfrei.  Ich entschied mich, meine Karten zuhause zu lassen. Wie sich schnell herausstellte, war das eine Fehlentscheidung.

Übernachten

Die Frage, wie und wo ich die Nächte verbringe, war schnell entschieden. Bett statt Luftmatratze im Zelt. Als Mitglied im ADFC liegt es nahe, die zahlreichen Bett + Bike Unterkünfte (vom Heuhotel bis zum Luxushotel) zu nutzen. Weitere Optionen sind die kostenlosen Übernachtungsmöglickeiten bei Radfreunden, der sog.  „Dachgeber“ im ADFC und natürlich die guten alten Jugendherbergen. Ich nahm mir vor, mich unterwegs immer so am frühen Nachmittag um ein Quartier zu bemühen. Dank Navi mit Reiseführer und Handy müsste das klapppen.

Ausrüstung

Das war schnell erledigt, da vieles schon vorhanden war. Zwei neue Satteltaschen für vorne, eine neue Radbrille gegen Wind und Sonne, neue Radhose und Jacke. Das muss reichen oder kann später noch ergänzt werden.

Mini-Satteltaschen
Mini-Satteltaschen

 

Ein Gedanke zu „Idee und Vorbereitung

  1. Hallo Andreas,
    toller Internetauftritt und herzlichen Glückwunsch zu den ersten geschafften Etappen. Wenn Du wieder süddeutschen Raum eroberst, dann sag mal Bescheid, damit wir Dich am Wegesrand anfeuern können! VG

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