Schleswig-Holstein „rund“

15.10.14 bis 24.10.12 – 835 km

Ende September 2012 war es so weit, mein letzter Arbeitstag.  Der Abschied von meinem Kollegen, im kleinen Kreis (die offizielle Verabschiedung war für den November vorgesehen). Fest steht : ICH WERDE EUCH VERMISSEN!

venedigTrotz nicht ganz auskurierter Rippenfellentzündung (mein Hausarzt hat aber sein OK gegeben) ging es kurz darauf mit unseren besten Freunden ein paar Tage nach Venedig und dann, am 15. Oktober, stand mein Fahrrad endlich fertig bepackt zur Abfahrt bereit.

Ich wollte los, endlich den Kopf frei strampeln!

es wird kälter...
es wird kälter…

Es war kalt, 6° und ein trüber Tag. Ich gebe zu, einen kleinen Moment habe ich gezögert. Will ich mir das bei dem Wetter wirklich antun ? Jetzt kneifen? Ich doch nicht! Handschuhe an, Schal umgebunden und los gehts.  Die erste Tagestour  kannte ich natürlich von früheren Ausflügen. Um etwas Abwechslung zu haben,  wählte ich die Option „Waldwege benutzen“ im Menü meines Navis. Es hat es wohl wörtlich genommen. Zunächst ging es über die  regionalen Fahrradwege, dann aber über Stock und Stein. Wie ich erst nach Tagen bemerkte, war das für den Lenkervorbau meines Rades etwas viel. Eine von vier Schrauben war gebrochen, nach und nach lösten sich dann alle. Da kein Fahrradhändler das Model vorrätig hatte, wurden die Schrauben halt in den nächsten Tagen alle 10 km nachgezogen. Auch so kann man sich zu Pausen zwingen.

Hier eine kurze Diashow meiner ersten 10 Tage, einfach mit der Maus über die Fotos wandern, zum vergrössern klicken.

Die Fahrt entlang der Ostsee bis Maasholm an der Schlei  verging wie im Fluge.  Meine Begeisterung wuchs von Tag zu Tag,  von Einsamkeit keine Spur. Morgens los fahren, ohne zu wissen, was man erlebt und  wo man landet, genau so sollte es sein.

Von Maasholm an der Schlei, bisher meine Lieblingsecke, ging es in einem Rutsch an der dänischen Grenze an die Westküste. Station habe ich in einem Gasthof in dem kleinen Ort Neukirchen gemacht, westlich von Süderlügum. Trotz „geschlossener Gesellschaft“ bekam ich ein ruhiges Zimmer und später den besten Grühkohl aller Zeiten zum Abendessen. Der Korn zum Bier ging auf´s Haus.

Sylt zeigte sich von seiner ungemütlichen Seite, von Westerland bis List ging es nur gegen  Wind und Regen. Dafür durfte ich dann mein Bett in der Jugendherberge selber bauen und bei Gosch einen riesen Fischteller genießen.

Zurück auf dem Festland stand das nächste Ziel fest. Friedrichstadt an Treene und Eider, ein Pflichtprogramm! Durch Dithmarschen ging es dann nach Brunsbüttel an die Elbe.  Der letzte Tag führte mich die Elbe entlang und durch Hamburg wieder zurück nach Oststeinbek.  Mein „Revier“ hatte ich also hinter mir.

Hier findet ihr meine Tagesetappen im einzelnen:

  • 15.10  Oststeinbek – Scharbeutz – 81 km
  • 16.10. Scharbeutz – Fehmarn – Heiligenhafen – 93 km
  • 17.10. Heiligenhafen – Kiel – 87 km
  • 18.10. Kiel – Rendsburg – 65 km
  • 19.10. Rendsburg – Maasholm – 68 km
  • 20.10. Maasholm – Neukirchen – 123 km
  • 21.10. Neukirchen – List auf Sylt – 66 km
  • 22.10. List auf Sylt – Friedrichstadt – 84 km
  • 23.10. Friedrichstadt – Brunsbüttel – 74 km
  • 24.10. Brunsbüttel – Oststeinbek – 94 km

Schmunzeln muss ich in der Rückbetrachtung, dass ich mich erst nach und nach an mein neues Fahrrad gewöhnt habe. Anfangs war es etwas bockig. Auf geraden Strecken lief es wie der Teufel (ohne Motor!) aber auf engen Waldwegen, mit zu viel Schwung meinerseits, hat es mir die Grenzen aufgezeigt.  Nach drei Tagen waren wir uns aber einig, ich ging alles etwas ruhiger an und „Trude Speiche“ (so hat meine Familie mein Rad über whatsapp getauft) machte keine Zicken mehr.

whattsappDa fällt mir ein, ich muss mich an dieser Stelle bei allen bedanken, insbesondere bei meiner Familie, die mich unterwegs mit kleinen „whatsapp“ Nachrichten oder sms versorgt haben, das tat gut!

Eine wichtige  Erfahrung war auch, dass ich zukünftig nicht ohne Kartenmaterial los fahre. Das  Navi ist zwar eine große Hilfestellung mit vielen nützlichen Funktionen, allerdings auch mit Nachteilen verbunden. Nachdem es mich einmal richtig über Forstwege auf die Wiese (Sackgasse) geschickt hat, war mein Vertrauen in die Technik erstmal angeknackst. Den großen Überblick  hat man einfacher und übersichtlicher auf richtigen Karten. Ich schätze, beides zusammen macht Sinn.

Nach meiner Rückkehr wurde der Lenkervorbau durch eine robustere Ausfertigung ersetzt und ich… tja, ich habe viel geschlafen. Die 10 Tage um „Schleswig-Holstein rum“ waren wohl doch kein gemütlicher Schulausflug.
Bis zum nächsten mal!
Bis zum nächsten mal!

 

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