
Heute habe ich beim Frühstück (und Blick aus dem Fenster) gegrübelt, ob ich die Etappe vorzeitig abbrechen soll. Einerseits das grausame Wetter und die noch ungünstigeren Aussichten für die kommenden Tage, an einen Besuch der Inseln ist nicht zu denken, andererseits habe ich die Folgen meiner „Bruchlandung“ etwas unterschätzt. Aber nach vier Tagen schon zurück in die Heimat ? Nö, ich versuchs nochmal.
Die unfreundlichen Hotelbesitzerin machte mir den Abschied (besser Rauswurf) nicht schwer. Allerdings hätte ich den heftigen Regenguss gerne noch im trockenen abgewartet. Die Leute sind hier manchmal etwas gewöhnungsbedürftig. „Moin“ sagt man den ganzen Tag, „Moin, Moin“ sagen nur die Touristen und werden dafür mit Missachtung gestraft.
Nach den ersten 5 km Richtung Neuharlingersiel (kurze Erklärung für die Bergbevölkerung: ein SIEL ist ein verschließbarer Gewässerdurchlass in einem Deich) sorgten sindflutartige Regengüsse dafür, dass bei mir ein gewisses Umdenken einsetzte. Um es auf den Punkt zu bringen, die Moral war im Eimer. In einer Scheune vor dem Wetter geschützt, befragte ich meine DB App nach Bahnverbindungen. In Jever war der nächste Bahnhof, rd. 30 km. Ich beschloß, mir in Jever ein Hotel zu suchen und mit einem Saunagang am Nachmittag die Moral wieder etwas „aufzupeppen“. Gedacht, getan ! Dem Saunagang schloß sich an : ein abendlicher Spaziergang durch Jever, die knusprig gebratene Ente beim Chinesen und, wie sollte es anders sein, ein JEVER vom Fass (oder zwei?) !
